Freibadfest
Der
Eintrittserlös sowie der Erlös aus dem Kuchenverkauf kommt
den Familien Hartnagel und Bukenberger zugute.
30
Jahre Freibad Eichendorf
(von Susi Süß)
Freibadfest für ein guten Zweck – Den ganzen Tag über
Programm
Eichendorf. Zur 30-Jahr-Feier des Eichendorfer
Freibades, verbunden mit dem sechsten Eichendorfer Freibadfest,
sind am Samstag, 28. Juli, alle Besucher aus nah und fern ins Eichendorfer
Freibad eingeladen. Ab 13 Uhr geht’s los, den ganzen Tag über
sorgt ein buntes Programm für allerbeste Unterhaltung, Spaß
und Kurzweil für die ganze Familie und ab 19:30 Uhr steigt
die große „Party-Night“ mit Livemusik der Showband
Skylab.
Der Erlös des Freibadfestes erhalten in vollem Umfang die Familien
Bukenberger aus Exing und Hartnagel aus Aufhausen, zur Unterstützung
bei der Pflege, der medizinischen Versorgung und auch als kleine
Erleichterung des Alltags für Ihre schwerkranken Kinder.
Der zehnjährige Erik Bukenberger aus Exing verunglückte
mit dem Fahrrad im Juni 2004, als er von einem Auto erfasst wurde,
und lag dann ein Jahr im Wachkoma. Seit 2005 kann Erik wieder im
Rollstuhl sitzen, nimmt seine Umwelt bewusst wahr und kann sich
mitteilen. Das gesamte Haus wurde behindertengerecht umgebaut und
Mama Ilija und seine drei Geschwister (18, 13, 6) freuen sich über
diesen Fortschritt in Eriks Genesung.
Dennoch fallen immer wieder Arzttermine, medizinische Kosten und
allerlei Aufwendungen an, die nicht von der Krankenkasse bezahlt
werden. So auch eine neue Aminosäurentherapie, die bei Gehirnerkrankungen
Erfolg verspricht. Dazu muss Familie Bukenberger mit Erik nach Prag
zu einer Voruntersuchung fahren und später werden einige Kontrollbesuche
beim Arzt in Prag nötig sein. Die Medikamente werden in der
dreimonatigen Therapie ebenfalls mit 1500 Euro zu Buche schlagen,
die auch nicht von der Krankenkasse bezahlt werden.
Ebenso erleichtert über die finanzielle Unterstützung
aus dem Freibadfest sind Katja und Alexander Hartnagel, die in Aufhausen
mit Ihren drei Kindern wohnen. Ihre siebenjährige Tochter Julia
und ihr acht Monate altes Baby Christian leiden beide an Mukoviszidose.
Erleichterung gab es bei Töchterchen Lisa (4), bei der der
Gen-Defekt nur ein Chromosom betrifft, was bedeutet, dass die Stoffwechselkrankheit
bei Ihr nicht ausbricht. Auch Familie Hartnagl muss finanziell kämpfen,
Baby Christian braucht Spezialnahrung und viele vorbeugende Vitaminpräparate,
und da von der Krankenkasse viele Fahrt- und Medikamentenkosten
nicht übernommen werden, kommt so der Erlös des Freibadfestes
für die Familie gerade recht. Bürgermeister Max Schadenfroh
besuchte in dieser Woche mit seinen Mitarbeitern beide Familien
mit ihren kranken Kindern, und recht herzlich bedankten sich die
Hartnagles und Bukenbergers für diese tolle Aktion, bei der
Menschen aus der Gemeinde mit dem Erlös des Freibadfestes wiederum
Menschen aus der Gemeinde unterstützen, die dringend Hilfe
brauchen. Zusätzlich wird während des Freibadfestes noch
eine Sammeldose im Freibad aufgestellt, wo die Besucher noch zusätzlich
spenden können und auch bei der Sparkasse (BLZ 743 513 10,
Kto: 100677780) und der VR-Bank (BLZ 741 910 00, Kto: 102511568)
wurden von der Gemeinde zugunsten der beiden Familien ein Spendenkonto
eingerichtet.
Landauer Zeitung, Samstag, 07. Juli 2007
Für
diese Kinder feiert Eichendorf im Freibad (von Susanne
Wax)
Eintrittserlös des Festes am 28. Juli geht an die Familien
Hartnagel (Aufhausen) und Bukenberger (Exing)
Am 28. Juli ist Freibadfest in Eichendorf. Wer abends kommt, zahlt
Eintritt – und tut anderen aus der Gemeinde Gutes: Der gesamte
Eintrittserlös geht an die Familien Bukenberger und Hartnagel.
Liilja Bukenberger pflegt in Exing seit einem Unfall Sohn Erik (10),
Katja und Alexander Hartnagel haben zwei an Mukoviszidose erkrankte
Kinder. Beide Familien können das Geld gut gebrauchen für
Behandlungen, Kuren oder Krankengymnastik.
Den Mund und die Augen weit geöffnet schaut Erik seinen Besuch
an. Es liegt keine Angst in seinem Blick. Die muss er vor dem Besuch
nicht haben, das hat Mama Lilija im vorher erklärt. Und er
hat es verstanden. „Er ist soweit, dass er alles versteht“,
sagt sie. Erik kann „Ja“ und „Nein“ mitteilen,
er kann zeigen, welches T-Shirt er heute gern anziehen oder welchen
Joghurt er haben will. Er kann die Katze knuddeln. Riesige Fortschritte,
seit er vor drei Jahren den Unfall hatte. In Exing wurde er von
einem Auto erfasst, als er mit einem Freund Fahrrad fuhr. Das erste
halbe Jahr konnte Lilija Bukenberger ihren Sohn nur im Krankenhaus
besuchen – Erik lag im Wachkoma. Er wachte auf, blieb aber
geistig schwer behindert.
Der 13. Juni 2004, der Tag an dem der Unfall passierte, hat das
Leben der Bukenbergers schlagartig verändert. Erik muss im
Rollstuhl sitzen – dafür musste das Haus umgebaut werden:
breiter Türen, Vorrichtungen im Bad. Lilija Bukenberger kümmert
sich rund um die Uhr um ihren Zweitjüngsten: Erik hat noch
eine Bruder (6) und zwei Schwestern (13 und 18).
Erik macht laut „Aaah“, als seine Mama sich für
ein Foto neben in stellt. Er lächelt, so gut er das mit geöffnetem
Mund kann. „Man kann nicht sicher sagen, um wie viel es noch
besser werden könnte“, sagt Lilija Bukenberger. Ob Erik
irgendwann einzelne Wörter sagen, vielleicht sogar kurze Sätze
bilden kann. In jedem Fall muss er weiter behandelt werden. Seine
Mutter hat sich über eine Therapie mit Aminosäuren informiert:
Die soll speziell geistig Behinderten helfen.
Das Geld, das der Familie nach dem Freibadfest gespendet wird, soll
dafür verwendet werden. Bevor die Behandlung starten kann,
muss Erik untersucht werden – in Prag. Die Behandlung könnte
man zu Hause machen, nach einem Monat müsste der Bub zur Kontrolle
wieder nach Prag. Hin- und Rückfahrt und Untersuchung kosten
jeweils mehrere hundert Euro.
Den Tank für die x-te Fahrt zur Krankengymnastik füllen,
die Rechnungen für die Medikamente bezahlen, Geld für
Praxisgebühren und spezielle Nahrungsergänzungsmittel
sparen: Auch in der Familie Hartnagel ist das Schicksal ihrer Kinder
auch eine finanzielle Belastung. Ihre Kinder leiden an Mukoviszidose,
einer unheilbaren Erbkrankheit. Sie verursacht die Bildung eines
zähen Sekrets in den Bronchien und im Verdauungstrakt. Wenn
der Schleim nicht abgehustet wird, verklebt es die Lungenteilchen,
die irgendwann absterben. Die Kinder der Hartnagels haben deshalb
Wachstumsstörungen, die Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren.
Zurzeit haben die Eltern Katja und Alex Hartnagel neuen Mut gefasst:
Ärzte stellten fest, dass ihre Tochter Lisa (4) gesund ist
– zunächst lautet für sie wie für die Geschwister
Juli (7) und Christian (acht Monate) die Diagnose: Mukoviszidose.
„Lisa ist nur Erbträgerin, das heißt, sie könnte
die Krankheit an ihre Kinder weitergeben. Ausbrechen hingegen wird
sie bei ihr nicht“, erklärt der Papa. Dass Lisa gesund
ist, ist eine Erleichterung – die Pflege von Christian und
Julia nimmt dennoch den ganzen Alltag der Familie ein. Dreimal täglich
müssen sie inhalieren, die Mahlzeiten werden durch Enzyme ergänzt.
Die Kinder selber wissen, dass sie ein bisschen anders sind als
ihre Kameraden. Julia geht in die erste Klasse. Sie ist fidel, dennoch
stecken der kleine Körper und die Kinderseele nicht immer gut
weg: „Zurzeit geht es ihr nicht so gut, das ist ein Auf und
Ab“, sagt Mama Katja Hartnagel. Was der Familie gut tun würde,
wäre ein Ortswechsel: „Einfach mal einen kleinen Urlaub
machen, das wäre toll“, überlegen die Eltern. Vielleicht
kann der Erlös des Freibadfestes da weiterhelfen.
Landauer Neue Presse, 07. Juli 2007
Mehr zum Thema Mukoviszidose finden sie hier.
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