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Zweijähriges Jubiläum des Wochenmarktes gefeiert - Spende für First Responder

Der Verein Gemeindeentwicklung feierte am Samstag, 16. April 2011, zusammen mit den Fieranten, dem Markt Eichendorf und dem Förderer- und Gewerbeverein das zweijährige Bestehen des Eichendorfer Wochenmarktes.

Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann, Bürgermeister Max Schadenfroh, seine Stellvertreterin Dr. Petra Loibl, Initiator Frank Bachmann und die Teamleiter Sebastian Gehwolf und Hans Maier freuten sich sehr, zu der Feierstunde viele Ehrengäste begrüßen zu können. Damit auch alle Besucher mitfeiern konnten, wurden Freibier und -limonade ausgeschenkt. Rettungssanitäter und Mitglied des HVO-Teams Franz Busch brachte zusammen mit seinem Töchterchen Anna ein Spenden-Schweinderl, das bei der Zapfanlage der „Adldorfer Durstwehr“ aufgestellt wurde, um die Besucher um freiwillige Spenden zu bitten. Zur musikalischen Unterhaltung spielte die Vilstalblosn unter der Leitung von Franz Zirngibl auf, und nach der melodischen Begrüßung durch die sechs Musiker eröffneten 2. Bürgermeisterin Dr. Petra Loibl und Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann die offizielle Feierstunde. Dr. Petra Loibl sprach in ihrem Grußwort den Wochenmarkt-Fieranten und allen, die zum Aufbau und Betrieb des Wochenmarktes einen Beitrag geleistet haben und leisten, ein großes Lob und ihren Dank aus. Sie wisse aus eigener Erfahrung, so Frau Dr. Loibl, dass die Direktvermarktung keine leichte Aufgabe ist und dankte allen Beteiligten dafür, dass sie nun schon seit zwei Jahren den Marktplatz und den Oberanger in Eichendorf jeden Samstagvormittag in einen lebendigen Wochenmarkt verwandeln.

Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann bedankte sich nach der Ansprache der Bürgermeisterin ganz besonders bei der Brauerei Graf Arco für das spendierte Freibier und die Bereitstellung des 1961er Durstwehr-Lasters, bei Manfred und Angelika Eibl für das Sponsoring der alkoholfreien Getränke und die kostenlose Ausleihmöglichkeit der Biertischgarnituren und bei Gewerbevereinsvorsitzendem Ewald Ehgartner für die kostenlose Bereitstellung der Funkmikrofonanlage. Im Anschluss an die Ansprachen gab die Vilstalblosn schwungvoll eine schöne Auswahl aus ihrem breit gefächerten Repertoire zum Besten. Viele Wochenmarktbesucher ließen bei einem gut gefüllten Halbliter-Krügerl und einer deftigen Brotzeit ihren Besuch auf dem Wochenmarkt ausklingen. Sogar eine Radreisegruppe aus Vilsbiburg, Moosen und Taufkirchen an der Vils wurde von der schneidigen Blasmusik angelockt, fand den Weg zum Oberanger und stärkte sich dort für die Weiterfahrt auf dem Vilstalradweg nach Aldersbach und Vilshofen.

Zum Ende des Wochenmarktes konnte das Wochenmarkt-Team ein von den Besuchern mit 130 Euro großzügig gefülltes Sparferkel an Claudia Dinglreiter und Elisabeth Mögele vom Ersthelferteam übergeben, dessen Schlachtung einen kleinen Beitrag zum Erwerb des neuen Einsatz-BMW X1 des First Responders leisten soll. (SZ+UA)

 

 

Der Taugenichts begeisterte Eichendorf restlos

Schauspieler Fritz Barth präsentierte am Joseph von Eichendorff-Gedenktag die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“

Eichendorf. „Eichendorf wird nun die Kulturhauptstadt im Vilstal“, begrüßte Bürgermeister Max Schadenfroh schmunzelnd am Samstag, 12. März 2011, in der vollen Schulaula zum zweiten Teil des großen Joseph von Eichendorff-Gedenktages, zu dem die Gemeinde und der Gemeindeentwicklungsverein eingeladen hatten.

 

Begonnen hatte der Gedenktag am späten Nachmittag mit einem Diavortrag, in dem Franz Kantner an die Oberschlesienreise im vergangenen Jahr erinnerte, und nach bester Bewirtung und vielen Gesprächen stand am Abend mit dem Theater der zweite Höhepunkt des Gedenktages auf dem Programm. Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann schloss sich der Begrüßung des Gemeindeoberhauptes im „Eichendorff-Theater“ an, ehe der bekannte Schauspieler Fritz Barth die Bühne eroberte. Zusammen mit Klangkünstlerin Caro Lanzendörfer präsentierte er seine humorvolle Eigeninterpretation der Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff. Dabei hielt sich der Schauspieler zwar an die Original-Geschichte und rezitierte sehr viele Textteile und Stellen aus dem Taugenichts, würzte die romantische Geschichte aber mit vielen witzigen „Ausflügen“ in die Moderne. So putzte sich der Taugenichts (der wohlgemerkt im Jahr 1822/1823 geschrieben wurde) beispielsweise mit einer elektrischen Zahnbürste die Zähne, bevor er in sein überdimensionales Bett stieg. Und als der Taugenichts im Schloss einen edlen Herren kennen lernt, fragt er diesen „Oh Herr von und zu Guttenberg - Sie hier? - Sagen Sie, befinden wir uns nun im kriegsähnlichen Zustand?“. Und der edle Herr antwortet „Meinen Sie damit die Zustände am Hindukusch oder an der Uni?“ Auch empfiehlt der Gärtner im Schlossgarten dem Taugenichts, immer schön die Apothekenumschau zu lesen, was für viel Heiterkeit im Publikum sorgte, ebenso wie die Aussage des Taugenichts „Oh, das Bier perlt nicht mehr – dann ist es kein Graf Arco!“ Zwischendrin imitierte Fritz Barth sehr gekonnt den berühmten Schauspieler Heinz Rühmann, plauderte perfekt im Hamburger Dialekt, bedauerte, dass seit Kachelmann und Guttenberg nichts Gescheites mehr in der Bild-Zeitung steht und trällert auf seinem Weg nach Italien das Lied „Berlusconi ich komme - bunga bunga - molto silicone“. Auch das Publikum wurde in das heitere Spiel des Schauspielers eingebunden, so beglückwünschte der Taugenichts die Gattin des Bürgermeisters Edith zu dem Glücksgriff, den sie mit ihrem reichen Mann getan hat. Anschließend teilte Fritz Barth sein fürstliches Festmahl am Schloss in Italien, das aus einer frisch geöffneten Portion Dosenfisch bestand, mit den Zuschauern. Trotz Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden zündete sich der Taugenichts auch die eine oder andere Zigarette an und rauchte diese genüsslich auf der Bühne - schließlich gab es ja 1823 noch kein Rauchverbot. Trotz der vielen Zwischengags, die vom restlos begeisterten Publikum mit viel Beifall belohnt wurden, hielt sich Fritz Barth jedoch an das Original-„Drehbuch“ und erzählte musizierend und rezitierend die Geschichte des Taugenichts, der auszog, um sein Glück zu finden. In der Novelle spielt der Taugenichts mit einer Violine, Fritz Barth erfreute die Zuschauer jedoch mit seinem wunderschönen Hornspiel und Klangkünstlerin Caro Lanzendörfer untermalte die Geschichte mit einer passenden Geräuschkulisse und wunderschönem Gesang.

Zur Geschichte: Der Taugenichts, ein Ich-Erzähler, ist ein Müllerssohn, und hat Sehnsucht nach der Ferne. Als der Vater ihn einen Taugenichts nennt und zum Wandern auffordert, kommt er der Aufforderung gerne nach und zieht mit seiner Geige (in diesem Fall einem Horn) zur Stadt hinaus. Eine Kutsche mit zwei schönen Damen nimmt ihn mit, er wird auf ihrem Schloss in der Nähe Wiens Gärtnerbursche.

 

Er verliebt sich in die jüngere der Damen, Aurelie, doch sie ist unerreichbar für ihn. So beschließt er weiterzuwandern und kommt bis nach Rom. Dort gerät er an eine bunte Gesellschaft von verkleideten Adligen und Künstlern und verfängt sich in einem undurchsichtigen Netz von Liebesabenteuern, Verlockungen und geheimnisvollen Versteckspielen, aus dem er sich erst befreien kann, als die Sehnsucht nach Aurelie übergroß wird und er eine Nachricht von seiner vermeintlichen Liebsten erhält. Er beschließt, zu ihr zurückzukehren. Zusammen mit Prager Studenten gelangt er schließlich auf einem Schiff zum Schloss zurück. Dort stellt sich heraus, dass Aurelie keine unnahbare Adlige, sondern die Nichte des Portiers ist. Auch sie ist in den Taugenichts verliebt und die beiden heiraten.

 

Erfreut über das "Happy End" und die überaus gelungene Darbietung des romantisch-komischen Theatersolos überschüttete das Publikum den Schauspieler Fritz Barth und seine bezaubernde Kollegin Caro Lanzendörfer mit nicht enden wollendem Beifall. (Susi Zinner)

 

 

Diaschau über Oberschlesienreise

 

Franz Kantner erinnerte mit Diaschau bei Joseph von Eichendorff-Gedenktag an die Reise nach Ratibor, Lubowitz und Krakau

Eichendorf. Zum großen Joseph von Eichendorff-Gedenktag waren alle Interessierten am Samstag, 12. März 2011, in die Aula der Joseph von Eichendorff-Volksschule eingeladen. Höhepunkt des Abends war neben dem gelungenen Diavortrag von Franz Kantner die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff, die der bekannte Schauspieler Fritz Barth auf der Bühne, gewürzt mit viel Eigeninterpretation und Humor, gekonnt in Szene setzte.

 

 

Begonnen hatte der Gedenktag bereits am späten Nachmittag, als Bürgermeister Max Schadenfroh die vielen Gäste in der Schulaula recht herzlich begrüßte. Unter den Gästen waren auch Ehrenbürgerin Gräfin Monica von Arco auf Valley, Historiker Dr. Christian Bachner, Wolfgang und Ute Hartmann von der Eichendorff-Gesellschaft, zahlreiche Markt- und Kreisräte, Gemeindeentwicklungsvorsitzender Uli Altmann und die beiden Teamleiter Hans Maier und Sebastian Gehwolf sowie die Teilnehmer der Reise, die im vergangenen Jahr in die Heimat des berühmten Dichters, des Freiherrn Joseph von Eichendorff, führte. Max Schadenfroh gab einen kleinen Rückblick auf die Anfänge, als die Gemeinde zusammen mit dem Historiker Dr. Christian Bachner und Dipl.-Ing.Wolfgang Hartmann erforscht hatte, dass die Wurzeln der Vorfahren des berühmten Dichters tatsächlich in Eichendorf waren. Bürgermeister Schadenfroh bedankte sich bei Herrn Hartmann und Herrn Dr. Bachner für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung. Nach der Einleitung des Bürgermeisters erinnerte Bauamtsleiter Franz Kantner in einer von ihm zusammengestellten Diaschau mit vielen Bildern an die wunderschöne Reise im vergangenen Jahr nach Oberschlesien und wusste rückblickend viel Wissenswertes über die Reisestationen Ratibor, Lubowitz und Krakau zu berichten. Dabei rief Franz Kantner mit vielen Aufnahmen die Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte der Reise nochmals allen ins Gedächtnis. Am 2. Juni 2010 war man mit einem voll besetzten Bus gestartet, erinnerte Franz Kantner, um hauptsächlich Lubowitz, den Geburtsort des Dichters Joseph von Eichendorff, zu besichtigen. Nachdem man zunächst Ratibor und alle dortigen Sehenswürdigkeiten besucht hatte, ging die Reise weiter nach Lubowitz. Dort wurden das Denkmal des Dichters, der alte Friedhof, auf dem einige früh verstorbene Geschwister des Dichters und seine Eltern begraben sind, die Pfarrkirche, das Eichendorff-Zentrum und die Schlossruine mit Allee besichtigt. Von dort reichte der Blick weit über das Odertal und so konnte man nachempfinden, dass der Dichter vielleicht auch durch diese herrliche romantische Lage zu seinen Werken inspiriert wurde, erinnerte Franz Kantner. Am vorletzten Reisetag, Samstag, 5. Juni 2010, machte die Reisegruppe dann noch in Krakau Station, der zweitgrößten Stadt Polens, die bis 1596 die Hauptstadt Polens gewesen war. Auch dort wurden viele Sehenswürdigkeiten besichtigt, wie die Altstadt mit dem Rathaus und der Marienkirche, der Sitz der Könige (Burganlage Wawel mit Königsschloss und Kathedrale), das Florianstor oder auch die Tuchhalle. Franz Kantner, der auf der Reise sehr viele Fotos gemacht hatte, nahm die Reiseteilnehmer mit seiner gekonnt zusammengestellten Diaschau erneut mit auf die romantische Reisetour und unterlegte seine Diaschau mit schlesischen Volksliedern und vertonten Gedichten von Joseph von Eichendorff, wie beispielsweise „In einem kühlen Grunde“. Mit viel Beifall belohnte das Publikum die Präsentation von Franz Kantner und nach der Diaschau stärkten sich alle mit einem Imbiss und Getränken, die vom Hausmeisterehepaar der Schule, den Eheleuten Max und Annemarie Nirschl, vorbereitet worden war. In vielen interessanten Gesprächen tauschten sich die Besucher aus, und vor allem die Reiseteilnehmer schwelgten in Erinnerungen an ihre schöne Oberschlesienreise. (Susi Zinner)

 

 

Joseph von Eichendorff kehrt in die Heimat seiner Ahnen zurück

Büste des bedeutenden Spätromantikers im Vilstal angekommen - vorerst im Rathaus aufgestellt

 

„Das ist ein historischer Moment für Eichendorf“, freute sich Bürgermeister Max Schadenfroh am Dienstag, 25. Januar 2011, als die Büste Joseph von Eichendorffs im Rathaus ankam. Das Empfangskomitee für die Bronze-Büste bildeten Bürgermeister Max Schadenfroh mit seiner Gattin Edith, Bauamtsleiter Franz Kantner, Diplom-Ingenieur Wolfgang Hartmann vom Schlesischen Kulturkreis München mit seiner Gattin Ute sowie der Vorsitzende des Vereins Gemeindeentwicklung Uli Altmann mit Teamleiter Hans Maier. Ganz aufgeregt wartete das Komitee im Rathausfoyer auf die wertvolle Lieferung und war hellauf begeistert, als Joseph Freiherr von Eichendorff dann mit einer kleinen Verspätung ankam. Nach der Ankunft im Rathaus wurde die Büste enthüllt. Vom Anblick des berühmten Dichters in Bronze waren alle völlig überwältigt. Die Bronze-Büste des Spätromantikers bleibt nun vorläufig im Rathausfoyer stehen. Es liegt jetzt in der Hand des Gemeinderates zu entscheiden, wo die Büste ihren endgültigen Platz finden wird. Der Gemeindeentwicklungsverein hat angeboten, bei der Suche nach dem richtigen Standort tatkräftig mitzuhelfen. Die gleiche Büste des berühmten Dichters stand in Neiße vor seinem Sterbehaus, erzählte dann Wolfgang Hartmann vom Schlesischen Kulturkreis München. 1945 wurde sie vom dortigen Pfarrer versteckt und kehrte erst 1990 in die Kirche von Neiße zurück, wo sie in einer Seitenkapelle aufgestellt wurde. Von dieser Büste wurde dann eine Kopie gefertigt, die ihren Platz in Schloss Deutsch Krawarn fand, wo sie heute noch bewundert werden kann. Als der Gemeindeentwicklungsverein Eichendorf e.V. zusammen mit Bürgermeister Max Schadenfroh und einer großen Reisegruppe im vergangenen Jahr eine Reise nach Oberschlesien unternahm, war auch das Schloss Deutsch Krawarn ein Reiseziel, wo sie die Büste des Freiherrn entdeckten. Blasius Hanczuch vom Deutschen Freundschaftskreis in Oberschlesien erinnerte sich an den Künstler, der diese Kopie der Büste angefertigt hatte. Man nahm Kontakt zu dem Künstler auf, der dann die leicht beschädigte Form reparierte, um dann in der Kunstschmiede in Gleiwitz eine weitere Kopie in Bronze gießen zu lassen. Und diese weitere Kopie der Büste des Freiherrn Joseph von Eichendorff steht nun seit Dienstag im Rathausfoyer und kann von allen Besuchern bestaunt werden. (Susi Zinner, LZ