Drei Brunnen sind derzeit in Betrieb um die Trinkwasserversorgung in der Marktgemeinde sicherzustellen. Der größte davon ist jedoch nicht mehr zukunftsfähig und eine Sanierung nicht wirtschaftlich. Um den jährlichen Verbrauch von circa 400.000 Kubikmetern Wasser jedoch sicherstellen zu können, reichen die anderen beiden Brunnen – die noch sehr gut in Schuss sind – aber nicht aus. Und so steht der Markt Eichendorf nun mitten in einem Millionenprojekt zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für die Zukunft.
Bereits seit 2016 liefen die umfangreichen Planungen zum Großprojekt des Brunnenneubaus am Ortsrand von Eichendorf, welche in enger Abstimmung zwischen der Gemeinde, dem Planungsbüro IFB Eigenschenk aus Deggendorf, dem Landratsamt sowie dem Wasserwirtschaftsamt erfolgten. Im Frühjahr 2024 konnte mit der Erkundungsbohrung begonnen werden. Auf Grundlage der gewonnenen Daten, wie dem Aufbau der Bodenschichten, der Ergiebigkeit des Brunnens, der Wasserchemie und -qualität erfolgte die Entscheidung zur Durchführung der Hauptbohrung, welche Ende 2024 durchgeführt werden konnte. 98,5 Meter wurden von ausführenden Firma Eder Brunnenbau in die Tiefe gebohrt um an das Wasser aus der dritten Trinkwasserschicht zu gelangen.
Zwischenzeitlich ist einiges passiert auf der Brunnenbaustelle: Die Zementierung des Sperrrohres, die Vertiefung der inneren Bohrung und die Ausbauverrohrung und die Entsandungsbohrung. Es folgten aufwendige Aufbereitungssimulationen des Rohwassers (Mischung der Brunnenwässer von Brunnen VI, VII und VIII) zur Optimierung der Trinkwasserqualität, die Beantragung des Wasserrechtsverfahrens und die Planung, die Ausschreibung und Vergabe des Bauvorhabens der Brunnenstube des neuen Brunnens VIII.
Der Bau der Brunnenstube steht nun an, bereits Anfang Oktober soll mit den Arbeiten begonnen werden. Den Zuschlag für das Bauwerk und die Anlagentechnik hat die Firma Hasreiter aus Eichendorf erhalten. Zunächst wird das Brunnenhaus gebaut, dann die Fördertechnik mit Hochleistungspumpe und Leitungen verbaut und anschließend die Rohwasserleitung vom Brunnen VIII an die vorhandene Rohwasserleitung zur Wasseraufbereitungsanlage im Hochbehälter des Marktes Eichendorf angebunden. Die Installation der Elektrotechnik erfolgt durch die Firma Zach Elektroanlagen aus Tacherting. Für die beiden Gewerke Brunnenstubenbau und Elektrotechnik investiert der Markt Eichendorf ca. 625.000 Euro in die weitere Sicherstellung und Verbesserung der eigenen örtlichen Trinkwasserversorgung.
Die Inbetriebnahme des neuen Brunnen VIII soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 erfolgen.
Über die Wasserversorgung müssen sich die Bürger bis dahin trotz der anstehenden Maßnahmen keine Sorgen machen, wie Bürgermeister Josef Beham erklärt, denn „der bestehende alte Brunnen wird erst dann hochgezogen und zurückgebaut werden, wenn der neue Brunnen in Betrieb ist und damit wieder ausreichend Wasser zur Verfügung steht.“
Das Projekt des Brunnenneubaus ist eine große und zukunftsträchtige Investition des Marktes Eichendorf in eine unabhängige Trinkwasserversorgung seiner Bürgerinnen und Bürger.

Dr. Matthias Zeitlhöfler vom Deggendorfer Planungsbüro IFB Eigenschenk, Franz Enzensberger (Gemeinde), Bürgermeister Josef Beham, Bauleiter Franz Schneider von der Firma Eder Brunnenbau aus Hebertsfelden und Sabine Forstner (Gemeinde) bei der Brunnenbohrung Ende 2024

3-D-Ansicht der geplanten Brunnenstube des neuen Brunnens VIII





