„Die schlechteste Straße im Landkreis“, „lebensgefährlich“ – da waren sich die Kreisräte immer einig, wenn sie von der Staatsstraße 2325 Eichendorf – Ettling sprachen. Da der Freistaat lange keine Notwendigkeit erkannte, war der Landkreis drauf und dran, die Straße zu einer Kreisstraße abstufen zu lassen, um sie selber sanieren zu dürfen. Nach Gesprächen und Verhandlungen zwischen Landkreis und Ministerium kam letztlich Bewegung in die Sache. „Richtig, in diesem Jahr beginnt der Ausbau der Staatsstraße 2325“, bestätigt Thomas Gärtner, Sprecher des Staatlichen Bauamts Landshut. Ein wenig ärgert sich Wallersdorfs Bürgermeister Franz Aster, dass er bei den Grundstücksverhandlungen ein kleines bisschen länger gebraucht hat als sein Eichendorfer Kollege Josef Beham. So beschloss das Bauamt, dass die Maßnahme in Eichendorf beginnen wird. „Und zwar mit dem Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Hörmannsdorf und der Einmündung in die Staatsstraße 2124 bei Eichendorf. Es handelt sich dabei um den ersten Bauabschnitt der knapp acht Kilometer langen Gesamtmaßnahme zwischen Ettling und Eichendorf“, berichtet Gärtner.

„Mir ist es egal, von mir aus könnten sie auch in Ettling drüben anfangen. Mir ist es wichtig, dass wir eine durchgängig ausgebaute Straße haben“, erklärte Beham. „Das sehe ich grundsätzlich genauso“, sagt auch Aster, der ebenso gespannt darauf wartet, wann es denn losgeht. „Der Baubeginn ist derzeit für Juni/Juli 2026 geplant“, informiert ein Sprecher des Landratsamtes. Dort wurden die Planungen des Ausbaus erstellt. „Der Landkreis hat seine vorbereitenden Aufgaben bereits vollständig abgeschlossen. Insbesondere ist der erforderliche Grunderwerb gesichert. Nachdem der letzte notarielle Vertrag beurkundet worden war, hat der Landkreis auf die vereinbarten Rücktrittsrechte verzichtet. Ein Rücktritt wäre möglich gewesen, falls nicht alle benötigten Flächen hätten erworben werden können“, berichtet der Sprecher. Dass die Verhandlungen schwierig waren, zeigt diese Aussage: „Insgesamt wurden rund 5,6 Hektar Fläche von 50 Eigentümern erworben.“

Dass die Straße gemacht werden muss, ist jedem bewusst, der die Straße kennt. Thomas Gärtner beschreibt den aktuellen Zustand so: „Die Fahrbahnoberfläche weist deutliche Gebrauchsspuren auf, der bestehende Straßenaufbau sowie die Straßenbreite sind für die Verkehrsfunktion der Staatsstraße nicht ausreichend bemessen und auch der Trassenverlauf entspricht in einigen Teilen nicht den Mindestanforderungen der aktuellen Regelwerke.“ Die Folge ist aus seiner Sicht: „Eine verkehrssichere Abwicklung des Straßenverkehrs ist daher nicht mehr dauerhaft gegeben.“ Die Staatsstraße wird instandgesetzt. „Wo möglich, soll eine Verbreiterung sowie Anpassung des Verlaufs erfolgen“, ist laut Gärtner der Plan. Somit wird es im Juni losgehen. Von Eichendorf nach Hörmannsdorf ist die Staatsstraße 1,7 Kilometer lang. Die Straße wird komplett erneuert, „wofür ein Zeitraum von Juni bis Oktober 2026 vorgesehen ist“, gibt Gärtner bekannt. Und er teilt auch gleich mit: „Die Bauarbeiten finden unter Vollsperrung statt. Die genaue Verkehrsführung wird derzeit noch abgestimmt.“ Der Sprecher des Staatlichen Bauamts beantwortet auch die Frage nach dem Geld: „Die geschätzten Kosten liegen bei rund 2,5 Millionen Euro.“ Die Maßnahme wird in vier Bauabschnitte aufgeteilt, um die Anbindung der an der Staatsstraße 2045 liegenden Gemeinden während der Bauzeit aufrechterhalten zu können. Nach dem ersten Bauabschnitt heuer bei Eichendorf sollen in den folgenden Jahren die Abschnitte Ettling – Wisselsdorf, Wisselsdorf – Abwandten und Abwandten – Hörmannsdorf umgesetzt werden. Dabei sei die Reihenfolge der nächsten Bauabschnitte noch nicht festgelegt.

„In der kommenden Woche findet mit dem Staatlichen Bauamt eine weitere Abstimmung zur Baudurchführung des Ausbaus der Staatsstraße statt. Die Durchführung der Maßnahme liegt beim Staatlichen Bauamt, der Landkreis ist für die Planung zuständig“, erklärt ein Sprecher des Landratsamtes. Grundsätzlich ist in beiden Gemeinden die Freude groß. „Für uns ist es wichtig, eine durchgängig ausgebaute Straße zu haben“, sagt Eichendorfs Bürgermeister Josef Beham. Sein Wallersdorfer Kollege Aster kann es kaum erwarten: „Hauptsache, es wird gebaut.“ Er ist mit dem Staatlichen Bauamt bereits in Verhandlungen wegen einer neuen Ortsumfahrung von Wallersdorf, da er davon ausgeht, dass durch die ausgebaute Staatsstraße Eichendorf – Ettling mehr Verkehr nach Wallersdorf kommen wird.

Foto Bernhard Nadler

 Text & Foto: Bernhard Nadler / Landauer Neue Presse